Interview mit Hr. Venske + Fr. Schmerkotte

Gesundheitsversorgung wohnungsloser Menschen

Obdachlosigkeit macht krank. Drogen, Depressionen und Dauerkälte – wer nicht vorher schon krank war, der wird es beim Leben auf der Straße.

Mehrere hunderttausend Menschen in Deutschland haben keinen oder nur beschränkten Zugang zu einer Gesundheitsversorgung – darunter wohnungslose und obdachlose Menschen. Das bedeutet, dass sie nur ärztliche Hilfe erhalten können, wenn ihr Leben unmittelbar bedroht ist. Doch wohnungslose Menschen leiden häufig an Hauterkrankungen, psychischen Krankheiten oder Suchterkrankungen, die alle nicht adäquat behandelt werden können. In Großstädten wie Berlin oder Köln hat sich daher ein Untergrundnetzwerk aus Anlaufstellen für Patient*innen ohne Krankenversicherung und/oder Wohnsitz gebildet. In unserer Podcastfolge sprechen wir mit Herrn Venske, Fachreferent bei der Caritas und Frau Schmerkotte, Ärztin für Innere Medizin beim Gesundheitsamt Köln, bei dem Wohnungslose und Drogenabhängige kostenlos eine Grundversorgung erhalten können. Wir wollen klären, wie viele Menschen in Deutschland wohnungs- und obdachlos sind und woran das liegt, wie ihre medizinische Versorgung ganz konkret abläuft und wie es rechtlich aussieht: auf welche Leistungen hat denn nun wirklich jeder Mensch in Deutschland, auch ohne Krankenversicherung, Anspruch?

Quellen:

  • Gesundheitsbericht des Runden Tisches Berlin zur medizinischen und zahnmedizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen: www.obdachlosigkeit-macht-krank.de
    darin: Behandlungszahlen, Staatsangehörigkeit der PatientInnen, häufige Krankheiten, soziodemografische Angaben, Rolle des Ehrenamtes, Praxiserfahrungen. Alle Angaben Berlin, 2016.

zu den Personen:

Dörthe Schmerkotte ist Fachärztin für Innere Medizin und ist beim Gesundheitsamt Köln angestellt. Dort arbeitet sie in der Sprechstunde für drogen- und alkoholabhängige Menschen.

Kai-Gerrit Venske ist Fachreferent für die Versorgung von wohnungslosen Menschen bei dem Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V..

Interview mit Laura Jung

Klimawandel und Gesundheit

„Der Klimawandel ist die größte Gefahr des 21. Jahrhunderts für die globale Gesundheit“ – das schreibt der Lancet, eine der ältesten und renommiertesten Fachzeitschriften der Medizin. Was steckt dahinter? In diesem Podcast erklären wir, auf welchem Stand wir klimatechnisch gerade sind, welchen Einfluss eine weitere Erderwärmung auf unsere Gesundheit haben wird und welche Verantwortung jedem von uns, aber besonders medizinischem Fachpersonal daher zukommt.

Quellen:

zur Person:
Laura Jung ist Medizinstudentin in Leipzig und ist im Vorstand der Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd) im Gebiet öffentliche und globale Gesundheit tätig. Außerdem ist sie in der Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit aktiv. Diese ist ein „Bündnis von Organisationen und Einzelpersonen aus dem Gesundheitsbereich, dessen Ziel es ist, den Klimawandel als wichtiges Gesundheitsthema zu etablieren und politische und gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen, um dieser Gefahr effektiv zu begegnen.“ (s. www.klima-allianz.de). Neben Medizin hat sie Public Health in London studiert.